Freiwilligenagenturen als Gesellschaftsgestalterinnen

Foto: EhrenamtsAgentur-Weimar

Partizipation ist ein wesentliches Element, damit sich Menschen als Teil einer Gesellschaft fühlen und sie mitgestalten. Freiwilligenagenturen leisten dafür einen wichtigen Beitrag, indem sie alle Bevölkerungsgruppen ansprechen, zur Teilhabe in bestehende Strukturen motivieren und neue Impulse für die Entwicklung gesellschaftlicher Netzwerke aufnehmen. Eine besondere Chance bietet die Ansprache von Menschen mit Fluchterfahrung als Mitredende, Mitplanende und Impulsgebende für eine vielfältige Gesellschaft. Die Zusammenarbeit gelingt am besten, wenn alle Seiten offen und interessiert an anderen Lebensweisen und Vorstellungen sind, ihre eigenen Positionen und Einstellungen reflektieren und das eigene Denken und Handeln erweitern wollen.

Mögliche Aufgaben einer Freiwilligenagentur

Auseinandersetzung mit der Zielgruppe „Menschen mit Fluchterfahrung“

Was eint eine aus Afghanistan geflüchtete Ärztin und einen aus dem Kongo geflüchteten Landwirt? Vermutlich wenig bis nichts, außer der Erfahrung einer Flucht und des Ankommens in Deutschland. D.h., die Zielgruppe „Menschen mit Fluchterfahrung“ ist ebenso divers wie die Zielgruppe „Menschen ohne Fluchterfahrung“. Freiwilligenagenturen sollten dementsprechend ihre Zielgruppe genauer bestimmen und sich Basiswissen über die Motive, Zugangswege und Bedarfe ihrer neuen Zielgruppe verschaffen.

Lesetipps:

Beschäftigung mit dem Prozess der „Interkulturellen Öffnung“

Entwicklung von Engagementprojekten entlang der Kompetenzen und Interessen von Menschen mit Fluchterfahrung

Ein Beispiel ist der Sprachbegleiter:innenpool „Babellos“ der Kölner Freiwilligen Agentur e.V., der größtenteils von Menschen mit Fluchterfahrung realisiert wird.

Hinweise auf Bedarfe geben auch folgende Studien:

Reflektion der deutschen (Alltags-)kultur:

Dazu eignen sich unter anderem:

Vernetzung mit Organisationen und Initiativen von Menschen mit Fluchterfahrung

Zum Beispiel Organisationen, die Menschen mit Fluchterfahrung selbst aufgebaut haben, in den sie aktiv sind oder die sie als Zielgruppe ansprechen.

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Lesetipp: Praxishandbuch “Vielfalt fördern. Teilhabe durch bürgerschaftliches Engagement” von der lagfa bayern

„Wir setzen uns dafür ein, dass jede:r ein Recht auf soziale Teilhabe im Engagement haben soll“, sagt die lagfa bayern e.V. In ihrem Praxishandbuch „Vielfalt fördern“ zeigt sie, wie dieses Recht auch umgesetzt werden kann. Das Buch zeigt Wege zur engagierten Teilhabe und enthält „Inspirationen und Tipps für Freiwilligenprojekte von, für und mit Migrant:innen“. Zentral sind demnach unter anderem starke Netzwerke, gute Kenntnisse der Zielgruppe und passende, niedrigschwellige Begegnungsangebote. Alles erdacht, erprobt und evaluiert von diversen bayerischen Freiwilligenagenturen, Freiwilligen-Zentren und Koordinierungszentren Bürgerschaftlichen Engagements im Rahmen eines Projekts des Bayerischen Sozialministeriums.

Das Handbuch ist online hier zugänglich, die lagfa bayern e.V. verschickt auf Anfrage aber auch Printexemplare.