Impulspatenschaften

Foto: FreiwilligenZentrum Hamburg

Nach dem Vorbild der Ankommenspatenschaften Einstiege in das Engagement erleichtern

Patenschaften sind eine beliebte Form des Engagements. Viele interessierte Freiwillige empfinden es allerdings als anspruchsvoll: Jemanden persönlich und längerfristig zu begleiten verlangt Einiges ab. Gefragt sind daher Wege, die die Konstellation von Patenschaften leichter zugänglich machen. Dies galt erst recht inmitten der so genannten Flüchtlingskrise, als es zudem geboten war, eine große Zahl von Menschen einzubinden.

So entstand im Jahr 2016 das Modellprojekt „Ankommenspatenschaften“. Beantragt im Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“, unterstützte es drei Jahre lang geflüchtete Menschen. Der niedrigschwellige Ansatz sah vor: Freiwillige treffen sich mit Geflüchteten zunächst drei Mal, für eine konkrete Aktivität, zu einem bestimmten Bedarf.

Die begleitende Evaluation zeigte, dass der Plan aufging. Tatsächlich wagen viele Freiwillige es so eher, sich einzubringen. Gelingt das Miteinander, entstehen oft längere Kontakte. Es braucht einen anfänglichen Impuls, um Entwicklungen anzuregen.

Seit Anfang des Jahres 2019, mit Beginn der neuen Förderperiode des Programms „Menschen stärken Menschen“, wird dieser Ansatz weiter verfolgt. Die „Impulspatenschaften“, so der Name des neuen Projekts, beziehen nun aber auch weitere benachteiligten Gruppen ein, z.B. Menschen aus sozial prekären Lagen, mit Behinderung oder alleinerziehende Eltern. Die Vorgabe von zunächst drei Treffen erlaubt auch hier einen niedrigschwelligen Einstieg. Ohne dass weitreichende Verpflichtungen am Anfang stehen, ist später ein Übergang zu umfassenderen Formen der Begleitung möglich.

Das Angebot versteht sich so als Ergänzung zu den gängigen Patenformaten sowie als Baustein für Integration und Teilhabe. Bis zum Jahr 2021 geplant, wurden zunächst in 2019 an die 2.500 „Impulspatenschaften“ gestiftet, in 2020 sollen es 2.300 werden. Etwa je zur Hälfte werden sie Menschen mit Fluchthintergrund und Menschen aus anderen benachteiligten Lebenslagen unterstützen. 26 Freiwilligenagenturen, in Großstädten wie in ländlichen Regionen, setzen das Projekt in diesem Jahr um, angepasst auf konkrete Bedarfe und Gegebenheiten vor Ort.

Bei den „Ankommenspatenschaften“ hatten in den Jahren zuvor insgesamt 35 Freiwilligenagenturen über 7.500 Ankommenspatenschaften für geflüchtete Menschen zusammengeführt. Das Modellprojekt wurde evaluiert, ausführlich hier nachzulesen in der entsprechenden „bagfa-Analyse“. Wie die dazugehörigen Umfragen unter den beteiligten Freiwilligen ergaben, wollten 94 Prozent der Freiwilligen eine Ankommenspatenschaft als Einstieg in ein freiwilliges Engagement empfehlen bzw. hatten das schon getan. Die umsetzenden Freiwilligenagenturen selbst bewerteten den besonderen Zugang ebenso positiv: Alle gaben an, er sei eine wichtige Ergänzung des Spektrums an Engagementmöglichkeiten in der Geflüchtetenhilfe.

Einige Einblicke aus den „Ankommenspatenschaften“ sind auch in einer Broschüre wiedergegeben, die die bagfa e.V. in einem Kooperationsprojekt gemeinsam mit dem Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands (ehemals Initiative Bürgerstiftungen) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. erarbeitet hat. Zu der Broschüre Patenschaften verbinden Geflüchtete und Einheimische gelangen Sie hier.

Folgende Freiwilligenagenturen sind im Jahr 2020 beteiligt:


Kontakt

Projektleiter
Bernd Schüler
Tel.: 030 – 27 01 21 35
bernd.schueler@bagfa.de