Netzwerke und Kooperationen

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Wer kann sich wie einbringen vor Ort? Wie können Bündnisse und Kooperationen für Engagement und eine lebendige Bürgergesellschaft aussehen? Freiwilligenagenturen setzen sich ohnehin mit dieser Frage auseinander – und sind beim Knüpfen von Kontakten sehr erfolgreich. Diese Kernkompetenz können sie gut für den Aufbau ihres inklusiven Netzwerks einsetzen. Die Materialien auf dieser Seite sollen Sie dabei unterstützen. Sie liefern Impulse für verschiedene Aspekte der inklusiven Netzwerkarbeit und enthalten ganz konkrete Vorschläge für ein mögliches Vorgehen beim Aufbau Ihres Netzwerks vor Ort.

Handbücher für inklusive Netzwerkarbeit

Wie gehe ich bei der Suche nach neuen Partnerinnen strategisch vor? Mit welchen Argumenten überzeuge ich zum inklusiven Netzwerken? Und wie kann ich dafür Sorge tragen, dass der Austausch zwischen allen Netzwerkpartnerinnen gleichberechtigt und auf Augenhöhe stattfindet? Erfahrungswissen zu diesen und weiteren Fragen rund um die Gestaltung inklusiver Netzwerkarbeit haben die Beteiligten des Modellprojekts „Kommune inklusiv“ der Aktion Mensch gesammelt, gebündelt und als „Praxishandbuch Inklusion“ digital und in gedruckter Form veröffentlicht. Drei Abschnitte daraus möchten wir Ihnen besonders empfehlen:

Alle Informationen zum Modellprojekt „Kommune inklusiv“ der Aktion Mensch finden Sie auf der Webseite: www.kommune-inklusiv.de. Direkt zu den weiteren Kapiteln des „Handbuch Inklusion“ gelangen Sie hier.

Gedankenlandkarte „Inklusive Netzwerke“

Im Rahmen des bagfa-Inklusionsprojekts haben wir in der Zusammenarbeit mit den beteiligten Freiwilligenagenturen und unseren Kolleginnen aus den Projektgremien eine Menge Erfahrungen und Empfehlungen für wichtige und interessante Partnerinnen in inklusiven Netzwerken gesammelt. Auf der „Gedankenlandkarte Inklusive Netzwerke“ haben wir zusammen mit der Projektarbeitsgruppe unsere Tipps und Vorschläge für Sie visualisiert wir. Sie finden darin neben konkreten Vorschlägen für neue Netzwerkpartner/innen auch Tipps für Anlässe für den Austausch und eine erste Zusammenarbeit.

Freiwilligenagentur

Wohnbeiräte

Knüpfen Sie dabei gleich auch den Kontakt zum Wohnbeirat, dem zentralen Mitwirkungsgremium in den Wohnangeboten – denn auf den Rat und die Unterstützung dieser Interessenvertreter*innen kann kein inklusives Projekt verzichten. Die Bewohner*innen wählen sie aus ihrer Mitte.

Werkstattrat

…und hierbei auch wieder gleich die gewählte Interessenvertretung der WfbM-Mitarbeiter*innen einzubeziehen: den Werkstattrat.

Weitere Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Wohnstätten und Werkstätten sind nicht die einzigen Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, auf die Sie zugehen können. Auch Freizeit- und ambulante Dienste, Tagesförderstätten, Schulen mit Förderschwerpunkten oder Tageskliniken sind gute Partner, um Menschen mit Behinderung zu treffen und sie für ein Engagement zu begeistern. Und ein wichtiger Tipp: Denken Sie dabei neben den großen Trägern wie Diakonie und Caritas, Lebenshilfe, AWO oder ASB auch an kleinere Initiativen, z.B. den inklusiven örtlichen Freizeitclub oder die Rollstuhlbasket-Gruppe, die sich gerade gegründet hat. Hilfreich für Ihre Recherche: www.familienratgeber.de

Menschen mit Behinderungen, "die es schon machen"

Denn je mehr Menschen mit Behinderung sehen und hören, dass es geht, je näher liegt der Gedanke, es auch selbst einmal zu versuchen mit dem Engagement. Auch unser letzter Kooperationstipp ist daher einfach und effektiv: Binden Sie Menschen mit Behinderung, die „es schon machen“, in Ihre Werbung für das inklusive Engagement ein. Bitten Sie sie um Mundpropaganda, porträtieren Sie sie auf Ihren Flyern und präsentieren Sie mit ihnen zusammen auf der nächsten Bürgerversammlung Ihr Projekt. Nichts ist überzeugender als eine persönliche Erfahrung! Hilfreich für Ihre Recherche: Schauen Sie mal, ob sich auch bei Ihnen in der Nähe ein*e Inklusionsbotschafter*in engagiert: www.isl-ev.de

  • Planen Sie beispielsweise einen Info-Abend in dem benachbarten Wohnangebot für Menschen mit Behinderung über die Möglichkeiten und Vorteile freiwilligen Engagements. Denn so etwas war schon oft der Beginn einer wunderbaren Freundschaft – und der Startschuss für das inklusive Leben einer Freiwilligenagentur.
  • Knüpfen Sie dabei gleich auch den Kontakt zum Wohnbeirat, dem zentralen Mitwirkungsgremium in den Wohnangeboten – denn auf den Rat und die Unterstützung dieser Interessenvertreter/innen kann kein inklusives Projekt verzichten. Die Bewohner/innen wählen sie aus ihrer Mitte.
  • Werkstätten und Engagement, Arbeit und Freiwilligkeit: Geht das zusammen? Aber ja! Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) haben so genannte Begleitende Dienste, die über die Arbeit hinausgehende, „ganzheitlichere“ oder kreative Angebote für ihre Mitarbeiter*innen bereithalten – oft sogar eine ganze Palette. Und wenn unter diesen Angeboten nun auch ein freiwilliges Engagement wäre? Es lohnt sich, das mal gemeinsam anzutesten…
  • …und hierbei auch wieder gleich die gewählte Interessenvertretung der WfbM-Mitarbeiter*innen einzubeziehen: den Werkstattrat.
  • Wohnstätten und Werkstätten sind nicht die einzigen Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, auf die Sie zugehen können. Auch Freizeit- und ambulante Dienste, Tagesförderstätten, Schulen mit Förderschwerpunkten oder Tageskliniken sind gute Partner, um Menschen mit Behinderung zu treffen und sie für ein Engagement zu begeistern. Und ein wichtiger Tipp: Denken Sie dabei neben den großen Trägern wie Diakonie und Caritas, Lebenshilfe, AWO oder ASB auch an kleinere Initiativen, z.B. den inklusiven örtlichen Freizeitclub oder die Rollstuhlbasket-Gruppe, die sich gerade gegründet hat. Hilfreich für Ihre Recherche: www.familienratgeber.de
  • Das neue Bundesteilhabegesetz BTHG sieht auch ein neues Beratungsangebot vor: die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Seit Januar 2018 wird ein Netzwerk von rund 400 Anlaufstellen aufgebaut, die Menschen mit Behinderung unabhängig und oftmals im Peer Counseling-Verfahren über ihre Teilhabe-Möglichkeiten aufklären sollen. Und Engagement ist gelebte Teilhabe. Wenn es also eine solche Beratungsstelle gibt in Ihrer Stadt gibt, sollte sie von den inklusiven Angeboten Ihrer Freiwilligenagentur erfahren!
    Hilfreich für Ihre Recherche: www.teilhabeberatung.de
  • Organisationen des Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung und lokale Selbsthilfegruppen sind wichtige Partner in einem inklusiven Netzwerk. Hier engagieren sich Menschen mit Behinderung und mit verschiedenen Krankheitsdiagnosen für Ihre Rechte und teilen Erfahrungen und Informationen. Also los: Finden Sie die lokalen Gruppen und organisieren Sie ein Gespräch, in dem Sie einander und Ihre Arbeit kennenlernen können. 
    Hilfreich für Ihre Recherche: www.isl-ev.de, www.nakos.de, www.bag-selbsthilfe.de
  • Es bleibt noch viel zu tun, um die Interessen von Menschen mit Behinderung in der Stadtplanung und im öffentlichen Leben zu verankern – in vielen Kommunen sind daher Beauftragte oder gewählte Beiräte für die Belange von Menschen mit Behinderung aktiv. Auch bei Ihnen vor Ort? Dann nehmen Sie Kontakt auf! Denn diese lokalen politischen Interessenvertretungen für die Inklusion sind natürliche Bündnispartner, wenn barrierefreie Engagementmöglichkeiten zur Selbstverständlichkeit in Ihrer Stadt werden sollen.
  • Und einige Kommunen haben mittlerweile weitere Schritte gemacht, „Aktionspläne für Inklusion“ beschlossen und Inklusionsbüros eröffnet, die sich um die praktische Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf lokaler Ebene bemühen. Es geht ihnen um die schulische Inklusion, um die inklusive Ausrichtung der Verwaltung – aber auch: um die Inklusion in allen Bereichen des Zusammenlebens in der Kommune! Also: nichts wie hin, einfach mal sich vorstellen, wenn es solche Büros bei Ihnen gibt!
  • Stadt und Zivilgesellschaft haben Sie klargemacht, um Kooperand*innen für Ihre inklusiven Ideen zu finden. Ein weiterer Partner für Engagement können die Unternehmen vor Ort sein. Als Freiwilligenagentur wissen Sie: So manche Firma unterstützt das Engagement der Mitarbeiter/innen mit selbst organisierten gemeinnützigen Tagen oder mit der Beteiligung an lokalen Social Days. Doch anstatt zum x-ten Mal die Räume in einem Wohnangebot für Menschen mit Behinderung zu streichen: Wie wäre es, wenn die Belegschaft sich zu diesen Gelegenheiten einmal gemeinsam mit den Bewohner/innen für Dritte engagiert? Inklusiver Einsatz „en masse“ – und die Sache kann mit einem Mal unverhofft breite Kreise ziehen.
  • Tu‘ Inklusives und rede darüber: Ob Radio, Zeitung oder Internet-Magazin – die meisten Journalist/innen vor Ort feuen sich über spannende Stories zu interessanten Projekten. Warten Sie nicht, bis Sie und die neuen Engagierten Ihrer Agentur „entdeckt“ werden, sondern bieten Sie den Medien Ihre Erlebnisse, Erfolge und Geschichten aus dem inklusiven Engagement aktiv an
  • Denn je mehr Menschen mit Behinderung sehen und hören, dass es geht, je näher liegt der Gedanke, es auch selbst einmal zu versuchen mit dem Engagement. Auch unser letzter Kooperationstipp ist daher einfach und effektiv: Binden Sie Menschen mit Behinderung, die „es schon machen“, in Ihre Werbung für das inklusive Engagement ein. Bitten Sie sie um Mundpropaganda, porträtieren Sie sie auf Ihren Flyern und präsentieren Sie mit ihnen zusammen auf der nächsten Bürgerversammlung Ihr Projekt. Nichts ist überzeugender als eine persönliche Erfahrung! Hilfreich für Ihre Recherche: Schauen Sie mal, ob sich auch bei Ihnen in der Nähe ein/e Inklusionsbotschafter/in engagiert: www.isl-ev.de.