Foto: David Heerde

Inklusive Projekte

Freiwilligenagenturen und ihre Kooperationspartner:innen haben in den vergangenen Jahren mit ganz unterschiedlichen Projekten und Aktionen Inklusion und inklusives Engagement an ihren Standorten vorangebracht und tun es weiterhin. Vielleicht haben auch Sie schon eine konkrete Idee für ein inklusives Engagementprojekt? Oder Sie möchten gerne ein eigenes entwickeln und sind auf der Suche nach Inspiration oder Hilfestellung für die Planung und Umsetzung? Dann sind Sie auf dieser Seite richtig. Hier finden Sie Tipps und Arbeitshilfen für die inklusive Projektarbeit und die Akquise von Fördermitteln. Im Bereich Projektbeispiele stellen wir außerdem kurz und knapp eine Auswahl vergangener und aktueller Projekte von Kolleg:innen aus Freiwilligenagenturen vor.

Inhalt

Projekte inklusiv planen und umsetzen

Nichts über uns ohne uns! Dieser Leitsatz der Behindertenrechtsbewegung bringt auf den Punkt, worauf es bei inklusiven Projekten ankommt: die Mitgestaltung von Menschen mit Behinderung. Also geht es am Anfang erstmal darum, Kooperationspartner:innen zu finden, die Lust haben, mitzumachen. Tipps, wie Sie dabei vorgehen können, finden Sie auch auf der Seite Netzwerke und Kooperationen“. Inklusive Projektarbeit wirft aber auch die Frage auf, wie in den verschiedenen Phasen von Projekten eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gestaltet werden kann und welche Formate und Methoden die partizipative Zusammenarbeit ermöglichen.

Prinzipien und Leitfragen für die inklusive Projektarbeit hat der Verband VENRO in der Handreichung für inklusive Projektarbeit. Prinzipien und Leitfragen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung veröffentlicht.

Zsuzsanna Majzik und Thomas Kruse haben als Prozessbegleiter:in im Modellprojekt Kommune Inklusiv der Aktion Mensch, einige Erfahrung in der kooperativen Projektplanung zusammen mit Lebenswelt-Expert:innen gesammelt. Auf der Webseite zum Projekt schildert Sie in einem Interview den Ansatz und seine Bedeutung für das Gelingen inklusiver Projekte. Ein Schaubild zeigt die einzelnen Schritte und Methoden der gemeinsamen Projektarbeit auf einen Blick.

  • Zum Interview hier.
  • Zur Beschreibung Kooperative Projektplanung – eine Methode für echte Beteiligung hier.

Fördermittel einwerben

An kreativen Ideen für neue Projekte mangelt es Freiwilligenagenturen selten. Aber: Ob inklusiv oder nicht – Eine Finanzierung für neue Vorhaben zu finden und die Idee mit guten Argumenten auf den Punkt im Projektantrag darzustellen, kann herausfordernd sein. Für beide Aufgaben möchten wir Ihnen Tipps an die Hand geben.

Fördermittel finden

Die Aktion Mensch ist die größte Förderstiftung Deutschlands und als Förderer für inklusive Projekte weitestgehend bekannt. In sechs unterschiedlichen Lebensbereichen fördert sie kleine, mittlere und große Projekte, die sich für Inklusion einsetzen. Viele Freiwilligenagenturen konnten ihre inklusiven Projekte und Ansätze mit einer Förderung der Aktion Mensch schon umsetzen. Insbesondere die Mikroförderungen haben schon so manche Agentur zu einer barrierefreien Webseite verholfen oder öffentlichkeitswirksame Aktionen am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, finanziert. Neben Projekten und Aktionen fördert die Aktion Mensch auch Planungsphasen, Konzeptentwicklungen oder Vernetzungen. Das sind alles gute Argumente, sich die Förderprogramme der Aktion Mensch einmal näher anzusehen. Aktuell (bis voraussichtlich Sommer 2026) ist jedoch die Antragsannahme in einem Großteil der Förderangebote zeitweise ausgesetzt.

Unser Tipp: Der Förderfinder vereinfacht Ihre Suche!

  • Zum Überblick über die Förderprogramme hier.
  • Zum Förderfinder hier.
  • Zum Schnell-Check Förderfähigkeit hier.

Es gibt selbstverständlich noch viel mehr potentielle Förderer für Ihre Ideen. Einen Überblick fördernder Organisationen und weitere Vorschläge für die Suche nach Finanzierungsquellen im Bereich Inklusion und freiwilliges Engagement finden Sie im bagfa-Leitfaden „Teilhabe möglich machen. Freiwilligenagenturen und Inklusion“ auf den Seiten 42-44. Hilfreich ist auch die  Förderdatenbank der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) sowie ggf. die dortige Fördermittelberatung durch Expert:innen.

Unsere Empfehlung: Berücksichtigen Sie bei Ihrer Suche nach Fördertöpfen auch Programme und Akteure, die nicht in erster Linie Inklusion fördern. Engagement und Inklusion sind als Förderfelder anschlussfähig. Deshalb ist das Thema inklusives Engagement auch in Verbindung mit vielen anderen Themen förderfähig und die Auswahl an potentiellen Fördertöpfen größer als Sie denken.

Anträge schreiben

Eine Hilfestellung für die Phase der Antragsstellung bietet die Stiftung Mitarbeit mit der Online-Praxishilfe „Erfolgreich Fördermittel einwerben“ an. Die insgesamt neun Kapitel widmen sich jeweils unterschiedlichen Fragen bzw. Aufgaben, die beim Schreiben von Fördermittelanträgen relevant sind.

Unsere Empfehlung: Achten Sie auch bei der Formulierung und Wortwahl Ihrer Antragstexte auf ihre Sprache. Die Wortwahl in Antragstexten sollte immer auch als Abbild der eigenen Haltung verstanden werden. Bei inklusiven Ansätzen gewinnt die verwendete Sprache daher eine besondere Bedeutung im Sinne einer eigenen Positionierung. Gute Quellen für inklusive Sprache sind:

Projektbeispiele

An kreativen Ideen für neue Projekte mangelt es Freiwilligenagenturen selten. Aber: Ob inklusiv oder nicht – Eine Finanzierung für neue Vorhaben zu finden und die Idee mit guten Argumenten auf den Punkt im Projektantrag darzustellen, kann herausfordernd sein. Für beide Aufgaben möchten wir Ihnen Tipps an die Hand geben.

Die Landschaft der Projekte und Aktionen rund um das inklusive Engagement ist vielfältig. Von eintägigen Engagementaktionen über Projekte für eine bestimmte Zielgruppe bis hin zur allgemeinen Weiterentwicklung der Agentur und ihrer Angebote hin zu einer „Agentur für alle“ wurden und werden verschiedene Vorhaben von Freiwilligenagenturen umgesetzt. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen. Daneben beschäftigen sich auch mehrere Landesarbeitgemeinschaften der Freiwilligenagenturen (lagfas) mit Fachtagen und eigenen Projekten mit dem Thema Inklusion.

Inklusion durch Engagement – Menschen mit Behinderung für ein Engagement gewinnen

Logo: lagfa Bayern e.V.

In dem bayernweiten Projekt „Inklusion durch Engagement“ (seit 2021) will die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen/-Zentren und Koordinierungszentren Bürgerschaftlichen Engagements in Bayern (lagfa Bayern e.V.) sich für mehr Teilhabe von Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen stark machen! An 11 Standorten in Städten und Landkreisen werden verschiedene Ideen und Konzepte umgesetzt. Die vielfältigen Beispiele der Engagementprojekte vor Ort werden auf der Projekthomepage dargestellt.

Im Rahmen des Projekts wird seit 2022 ein landesweiter inklusiver Freiwilligentag in Bayern konzipiert und an zahlreichen Standorten – nicht nur von Freiwilligenagenturen – umgesetzt. Dazu sind zahlreiche hilfreiche Materialien erstellt worden.

Website: https://lagfa-bayern.de/projekte/inklusion-durch-engagement/

Kontakt:
lagfa Bayern e.V.
Birgit Lösch und Vanessa Körner
Mail

STERNTAUCHER Engagement von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

In dem Projekt STERNTAUCHER (2011-2014) hat die Freiwilligenagentur Magdeburg zusammen mit lokalen Kooperationspartnern ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen entwickelt. Ziel des Projekts war es, interessierte Betroffene in ein freiwilliges Engagement in unterschiedlichen Einsatzfeldern zu begleiten und das Engagement dauerhaft zu ermöglichen. Dafür wurden auch gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen qualifiziert und beraten. Fachstellen, die Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen vorhalten, unterstützten die Freiwilligenagentur mit ihrem Know-How und informierten Klient*innen über Möglichkeiten eines freiwilligen Engagements.

Das im Projekt entwickelte Beratungs- und Unterstützungskonzept ist inzwischen zu einem festen Angebot der Freiwilligenagentur Magdeburg geworden. Für den Wissenstransfer wurde der Praxisleitfaden „Engagement von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen – so kann´s gehen“ veröffentlicht.

Infos und Materialien:

 

Kontakt:
Freiwilligenagentur Magdeburg e.V.
Birgit Bursee
Mail

Überall dabei – Ehrenamt barrierefrei

Im Verlauf des Projekts „Überall dabei – Ehrenamt barrierefrei“ (2013-2016) und den Folgejahren hat sich die Freiwilligenagentur Halle Saalkreis e.V. zusammen mit lokalen Kooperationspartner:innen – Vereinen, Initiativen, Menschen mit und ohne Behinderung – zu einer inklusiv arbeitenden Freiwilligenagentur weiterentwickelt. Die Bandbreite der inklusiven, barrierefreien Angebote und Ansätze, die dabei bis heute von den Kolleg:innen entwickelt und erprobt wurden, ist groß und vielfältig. Im Projekt entstanden sind unter anderem Flyer für verschiedene Zielgruppen, neue Engagementformate wie z.B. Wheelmap-Aktionen und eine bis heute aktive Arbeitsgruppe, in der sich Menschen mit Behinderung als Expert:innen für inklusives Engagement einbringen. Der Praxisleitfaden „Überall dabei – Ehrenamt barrierefrei“ bildet das Projekt und seiner Erfolge und Ergebnisse ab.

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Video auf YouTube zum Projekt

Infos und Materialien:

Kontakt:
Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e.V.
Sulamith Fenkl-Ebert
Mail

Ehrenamt für Alle!

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Video auf YouTube zum Projekt

Um Strukturen für eine langfristige Förderung inklusiven Engagements im Landkreis aufzubauen, hat die Freiwilligenagentur „Anpacken mit Herz“ des Caritasverband Weilheim – Schongau e.V. 2017 das Projekt „Ehrenamt für alle“ gestartet. Mit zum Konzept gehört die enge Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen der Behindertenhilfe, Vertreter:innen der Selbsthilfe und anderen Projektpartnern. Das Projekt setzt ganzheitlich an verschiedenen Punkten der Engagementförderung an, z.B. mit zielgruppengerechten Informationsangeboten, einer die Vielfalt im Engagement abbildenden Öffentlichkeitsarbeit, der Sensibilisierung von Vereinen und Ehrenamtsinitiativen für Inklusion im Rahmen von Fortbildungen und der Öffnung bestehender Engagementangebote.

Infos und Materialien:

Kontakt:
Freiwilligenagentur “Anpacken mit Herz”
Gabi Hager-Königbauer
Mail

Wheelmap-Aktionen für Barrierefreiheit

Foto: Marcus-Andreas Mohr

Wheelmap-Aktionen sind keine Erfindung von Freiwilligenagenturen. Hinter der cleveren Idee, Orte des öffentlichen Lebens auf der online-Karte wheelmap.org mit Informationen zur Barrierefreiheit zu versehen, stammt vom Berliner Verein Sozialheld*innen e.V. Aber wo immer sich Menschen engagieren, sind Freiwilligenagenturen nicht weit. Und so haben schon einige Agenturen Aktionstage oder regelmäßige Gruppenengagements organisiert, bei denen Freiwillige mit und ohne Behinderungen Infos zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Cafés, Bibliotheken, Apotheken etc. sammeln und in die digitale Karte eintragen. Ob im inklusiven Tandem oder in einer größeren Gruppe – Wheelmappen macht Spaß, ist als Engagegement niedrigschwellig und effektiv und jede:r kann mitmachen. Ein prima Format also, um inklusives Engagement auszuprobieren.

Schauen Sie dazu auch in die bagfa-Handreichung “Wheelmap-Aktionen in Freiwilligenagenturen planen“. Die Freiwilligenagentur Halle organisiert regelmäßig auch entsprechende landesweite Aktionen.

Lego-Rampen bauen

Ein Engagement für Inklusion und Barrierefreiheit, dass sich wunderbar als Anschluss an Wheelmap-Aktionen anbietet, ist das Bauen und Verteilen von LEGO-Rampen. Die Idee stammt von der Kölner Studentin Caroline Mülheims, die 2017 gemeinsam mit dem Verein Idee wurde mittlerweile an verschiedenen Orten übernommen. So zum Beispiel bei der FreiwilligenAgentur Regensburg – die das Projekt bis 2025 organisiert hat.

Infos und Materialien:

 

Kontakt:
FreiwilligenAgentur Regensburg
Barbara Kießling
Mail

Foto Die Lego Oma – Rita Ebel

Natürlich gemeinsam!

Foto: Freiwilligenagentur Wildeshausen

Die Freiwilligenagentur Wildeshausen „mischMIT!“ hat zusammen mit den Kooperationspartnern Diakonie Himmelsthür und Grüner Planet e.V. das Umwelt-und Inklusionsprojekt „Natürlich gemeinsam!” entwickelt. Im Rahmen des Projekts entstehen verschiedene Engagementmöglichkeiten, bei denen sich Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam für Umwelt und Natur einsetzen können. Beispielsweise beim Bauen und bei der Pflege von Hochbeeten im Vereinsgarten des Grünen Planeten oder bei Bastel-Workshops für Insekten- und Vogelhotels mit dem NABU vor Ort. Auch themenspezifische Ausflüge in Naturparks oder Essgärten sind geplant.

Infos und Materialien:

Kontakt:
Freiwilligenagentur Wildeshausen „mischMIT!“
Thorben Kienert
Mail

IMProVE 2.0” – Menschen mit Beeinträchtigung im Engagement unterstützen

Ziel des vom Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ in Passau umgesetzten Projekts ist es, mehr Einsatzmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung in Ehrenämtern bei Trägern/ Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, zu ermöglichen. Dazu wurde u.a. ein Konzept “Ausbildung zum Inklusionsbuddy” entwickelt.

Infos und Materialien:

Kontakt:
Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.
Perdita Wingerter
Mail

Foto: Chris Lawton via Unsplash