
Toolbox und Empfehlungen
Inhalt
Hilfreiche Tipps für Auswahl und Implementierung
Worauf ist bei der Auswahl eines neuen Tools zu achten?

Für fast jeden Arbeitsbereich gibt es digitale Werkzeuge wie Sand am Meer. Da fällt die Auswahl oft nicht leicht, denn schnell wird klar: Das perfekte Tool, das alle Ansprüche erfüllt, gibt es nur selten. Meistens soll das Tool kostenlos sein, außerdem natürlich gut und intuitiv bedienbar und dazu noch hohe Datenschutzstandards erfüllen.
Erfahrungsgemäß müssen genau diese drei Aspekte (Kosten/Datenschutz/Bedienbarkeit) oft abgewogen werden. Wie die nebenstehende Animation verdeutlichen soll, erfüllen die meisten Tools nur maximal zwei von dreien.
Wie nutzen andere das Tool? Erkundigen Sie sich vorab in Ihrem Umfeld oder Netzwerk und fragen, welche Erfahrungen andere schon mit dem jeweiligen Tool gemacht haben.
Die entscheidende Frage lautet: Erleichtert das Tool meine/unsere Arbeit? Wenn nicht, ist es das falsche!
Wie wähle ich das passende digitale Werkzeug aus?
Wenn ein Arbeitsprozess identifiziert wurde, der durch digitale Hilfsmittel verbessert werden soll, ist zuerst eine umfassende Recherche angebracht. Unsere Toolbox soll dafür ein Ausgangspunkt sein. Mithilfe von gemeinsam formulierten Anforderungen und Erfahrungsberichten anderer Organisationen kann eine Liste an möglichen Tools erstellt werden. Diese kann bspw. nach den obengenannten Kriterien kategorisiert werden und so die gemeinsame Entscheidung erleichtern.
Worauf ist bei der Implementierung eines neuen digitalen Tools zu achten?
Wenn das Team sich für ein neues digitales Werkzeug entschieden hat, geht es als nächstes um die Einführung und Nutzung im Arbeitsalltag. Die meisten Tools funktionieren nur, wenn alle aus dem Team mitmachen. Dafür braucht es natürlich das nötige Know How, um das jeweilige Tool auch souverän nutzen zu können. Je nach Kenntnisstand des Teams kann es daher hilfreich sein, einführende Workshops oder Schulungen durchzuführen oder schriftliche Anleitungen zu verfassen. Diese können natürlich auch durch Verantwortliche aus dem eigenen Team organisiert werden.
Auch sollte man für neue Tools immer eine Testphase einplanen, um alle zentralen Funktionen (miteinander) auszuprobieren und sich mit ihnen vertraut zu machen. Nach Ablauf der Testphase kann gemeinsam reflektiert und entschieden werden, ob das Tool tatsächlich langfristig eingeführt wird. Auch bietet es sich zu diesem Zeitpunkt an, gemeinsam Regeln zur Nutzung des entsprechenden Tools zu überlegen und diese ggf. auch zu verschriftlichen.
Hinweise zur Toolbox
In unserer Toolbox finden Sie eine Übersicht verschiedener digitaler Tools, die für die Arbeit in Freiwilligenagenturen hilfreich sein können.
- Die Vorschläge dienen als Inspiration für unterschiedliche Arbeitsbereiche und sind keineswegs vollständig.
- Zu fast allen Tools gibt es natürlich weitere Alternativen mit ähnlichen Funktionen. Meist müssen Sie nur nach dem Namen des Tools im Internet suchen und bekommen die entsprechenden Alternativen aufgelistet.
- Wichtige Kriterien für die Auswahl:
- Welche Art von Daten werden ausgetauscht und welche Überlegungen zur DSGVO gelten?
- Was ist für unsere Arbeit besonders wichtig? Eine gute Bedienbarkeit, ein Tool das langfristig funktioniert oder niedrige Lizenzgebühren?
- Haben wir das nötige Know-How im Team oder im Umfeld um ein Open Source-Tool nach unseren Bedürfnissen einzurichten?
- Welche Person aus dem Team hat Lust und Kapazitäten, sich einzuarbeiten und als Ansprechperson bei der Verwendung zu agieren?
- Die sogenannten proprietären Software-Lösungen großer (oft US-amerikanischer) Anbieter sind aufgrund ihrer schnellen Verfügbarkeit recht verbreitet. So ist man als Nutzer:in allerdings der intransparenten Preispolitik ausgeliefert. Für fast jedes große US-amerikanische Tool gibt es zahlreiche Alternativen, entweder von einem kleineren europäischen Anbieter oder als Open-Source-Lösung, also mit einer offenen Code-Basis.
Tipp:
Wer sich für eine Open Source-Lösung entscheidet, muss nicht mehr unbedingt selbst programmieren können. Mittlerweile gibt es Anbieter wie die Kollicloud vom Local-IT e.V., die Open Source-Tools für Vereine in Kooperation mit einem Hostinganbieter kostengünstig zur Verfügung stellen. Hier lohnt es sich, eine langfristigere Perspektive einzunehmen: Wo können anfängliche Einrichtungskosten gegen potenziell steigende Lizenzgebühren gegengerechnet werden?
Was ist Open Source?
Als Open Source (quelloffen) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich einsehbar ist und für eigene Zwecke angepasst und weiterentwickelt werden kann. Open-Source-Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kostenfrei genutzt werden. Sie kann entweder selbst gehostet werden oder über eine verwaltete Cloud gegen eine Hostinggebühr genutzt werden. Das Civic Data Lab hat einen spannenden Blogartikel darüber veröffentlicht, warum gemeinnützige Vereine eine unabhängigere digitale Infrastruktur für unsere Daten aufbauen sollten.
Toolbox
Teamkommunikation
Das wohl bekannteste Teamkommunikationstool mit zahlreichen Schnittstellen und einer sinnvollen kostenloses Version für kleine Nonprofits.
Videokonferenzen
Mit den richtigen Datenschutz-Einstellungen ein stabiles Videokonferenztool mit Gruppenraum-Funktion und regelmäßigen Updates.
Mittlerweile gibt es einige Organisationen, die diese Open-Source-Lösung selbst hosten und eine kostenlose stabile Nutzung anbieten.
Eine Open-Source-Alternative, die alle wichtigen Funktionen eines Videokonferenz-Tools bietet. Wer sie nicht selbst hosten kann, findet vielleicht im Umfeld Organisationen, die sich dafür zusammentun wollen.
Projektmanagement
Übersichtliches Tool das nach der Kanban-Methode aufgebaut ist. Wer Microsoft 365 nutzt, findet im Planner ähnliche Funktionen.
Sehr flexibles Tool mit integrierten KI-Agents für die individuelle Projektplanung, Automatisierte Abläufe oder für Teams.
Digitale Whiteboards & Pinnwände
Einfaches Anlegen virtueller Pinnwände, zum kollaborativen Sammeln und Ordnen von Beiträgen und Inhalten (z.B. in Online-Veranstaltungen).
Digitales und (unendlich erweiterbares) Whiteboard mit hohem Funktionsumfang. Gut für übersichtliches Planen und Entwickeln von Projekten und Strategien.
Deutschsprachige und DSGVO-konforme Miro-Alternative mit den wichtigsten Grundfunktionen.
Design
Intuitiv nutzbares Design-Tool für die Gestaltung von Grafiken, Social Media-Posts, Flyern und mehr, für gemeinnützige Organisationen kostenlos nutzbar.
Umfragen
Für Live-Umfragen während Veranstaltungen bewährtes Tool mit eingeschränkten Funktionen in der kostenlosen Variante.
Kollaboration
Das wohl bekannteste kostenlose Tool für kollaborative Dokumentenbearbeitung, sehr intuitives Handling.
Verschlüsselte Lösung mit vereinfachten Office-Anwendungen (Texte, Präsentationen, Tabellen).
Open Source basierte Cloudlösung mit den Office-Toolas von Only Office. Bietet bekannte Office-Funktionen zum Selbsthosten.
Newsletter
Vereinsmanagement/Datenbank
Weitverbreitete browserbasierte Datenbank für Freiwilligenagenturen, mit zahlreichen Schnittstellen und Features für Kontaktmanagement und Engagementangebote.
KI-Tools
Weitere Empfehlungen
Praktische Übersichten zu digitalen Tools und mehr
- Zum digitalen Werkzeugkasten für Kulturfördervereine hier entlang.
- Im Leitfaden “Digitalisieren- wie geht das?” von der lagfa Brandenburg finden sich eine Übersicht gängiger Tools.
- Übersichtsartikel zur Auswahl des richtigen Videokonferenz-Tools im Verein hier.
- Zum Webinar Toolparty von der openTransfer Akademie hier.
- Die Freiwilligenagentur Leipzig hat einen Wissensfundus für Digitalisierung im Verein angelegt.
- Im Vereinswiki des Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern finden sich hilfreiche Einstiegsinfos für Vereine, die digital zusammenarbeiten wollen.
- Auf digital verein(t) stellt die lagfa bayern jede Menge praktische Anleitungen und Checklisten für die Digitalisierung von Vereinen zur Verfügung.
Alles rund um Künstliche Intelligenz
- Diese Textsammlung zu KI in der Sozialen Arbeit und der digitale Webzeugkoffer des Paritätischen Gesamtverbands bieten eine Sammlung von Beiträgen zur Nutzung von ChatGPT und KI-Tools.
- Ein Vorschlag für einen Code of Good Practice für Gemeinnützige, die KI-Tools nutzen und ein Wissenspool rund um KI in Nonprofits von der Referentin Julia Junge.
- Eine recht umfassende Liste an KI-gestützten Tools für Nonprofits hat Fundraiser Maik Meid zusammengetragen.
- Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat einen Themenschwerpunkt zu Künstlicher Intelligenz im zivilgesellschaftlichen Engagement veröffentlicht, der besonders auf ethische Überlegungen hinweist.
- Die EhrenamtAgentur Essen hat einen spannenden Erfahrungsbericht zu KI im Alltag einer Freiwilligenagentur herausgegeben, der hier zu finden ist.
Lernmaterialien und Anlaufstellen
- Die betterplace academy bietet auf ihrer Plattform Sozial lernt digital kostenfreie Online-Kurse und Webinare zur praxisnahen Fortbildung rund um Digitalisierung für soziale Organisationen an.
- Wer eine Digitalstrategie in der eigenen Organisation entwickeln möchte, findet bei den Verantwortlichen #digital eine Menge hilfreicher Ansätze
- Am Forum Digitalisierung und Engagement vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement konnten sich zivilgesellschaftliche Akteure aktiv beteiligen.
- Zu allen Aufzeichnungen der Sprechstunde Plötzlich digital von D3 geht es hier.
- Wer intensiver mit Daten arbeiten möchte, findet im Civic Data Lab zahlreiche Unterstützungsangebote und Inspiration.
- In Rheinland-Pfalz gibt es Digital-Botschafterinnen und Botschafter, die ihre Erfahrungen aus der digitalen Welt an Seniorinnen und Senioren weitergeben. Dazu wurden viele niedrigschwellige Materialien zusammengestellt, die Sie hier finden.
- Auf der Lernplattform Agathe Hilft dreht sich alles um agile Arbeitsmethoden für gemeinnützige Organisationen. Wer mehr über Scrum-Master oder die Kanban-Methode wissen möchte, ist hier genau richtig.
- Eine Sammlung zu verschiedenen Bildungsangeboten rund um die Digitalisierung von Non-Profit-Organisationen findet sich hier im Angebotsfinder von D3.
Regelmäßige Veranstaltungen rund um Digitalisierung
- Die aktuellen Webinare von Stifter Helfen finden Sie hier.
- Open Transfer Camps der Stiftung Bürgermut.
Vergünstigungen für Nonprofits
- Stifter Helfen – das IT-Portal für Non-Profits mit vielen Rabatten auf Hard- und Software. Auch auf einige der oben genannten Tools gibt es hier Rabatt.
- Mit dem Freianzeigenprogramm Google Ad Grants können registrierte gemeinnützige Organisationen (für einen bestimmten Freibetrag) kostenlos Werbung schalten.