Dr. Jürgen Rembold Stiftung vergibt insgesamt 12.000 € an bagfa-Mitglieder für preiswürdige Ideen

Was brauchen Freiwilligenagenturen, um vor Ort sichtbar und präsent zu sein? Oder um ihr Profil auszubauen und sich gut aufzustellen? Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: Freiwilligenagenturen fördern bereits voller Leidenschaft, mit viel Zuversicht und Kreativität Engagement vor Ort. Was die Agenturen auszeichnet ist ihr großer Ideenschatz. Das zeigte erneut der „Wünsch Dir was“-Preis der Dr. Jürgen Rembold Stiftung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Insgesamt 29 Bewerbungen mit verschiedenen Projektideen und Wünschen reichten bagfa-Mitglieder in diesem Jahr ein – sechs von ihnen erhalten nun ein Preisgeld durch die Stiftung.
Bei einer feierlichen Preisverleihung am 25. Juni wurden die Gewinner:innen verkündet. Sie fand im Rahmen der 27. Jahrestagung der Freiwilligenagenturen in Würzburg statt, an der rund 170 Kolleg:innen aus ganz Deutschland teilnahmen.
Unter dem Motto „Freiwilligenagenturen: sichtbar, engagiert, resilient und wirkungsvoll“ wurden in diesem Jahr Ideen gesucht, um Freiwilligenagenturen breiter aufzustellen, sichtbarer zu machen und Engagement vor Ort zu stärken. Die prämierten Ideen zeichnen sich durch Innovation und Kreativität aus. Sie versuchen mit neuen Formaten und Ansätzen neue Zielgruppen zu erschließen und die Freiwilligenagentur noch wirkungsvoller in der Kommune zu verankern. Ein Blick auf das Bewerber:innenfeld zeigt die ganze Breite im Handeln der Agenturen. Einige Themen stechen aber auch heraus: So reichten viele bagfa-Mitglieder Ideen zur Öffentlichkeitsarbeit oder zur Sichtbarmachung von Engagement ein.
Die Gewinner:innen des Preises wählte der Stifter Dr. Rembold mit Unterstützung der bagfa-Geschäftsstelle persönlich aus. Zum Start der Preisverleihung begrüßte Dr. Rembold die anwesenden Kolleg:innen und dankte ihnen für die vielen eingereichten Bewerbungen.
„Seit über zehn Jahren fördere ich jetzt Preise für die Freiwilligenagenturen und das immer wieder gerne, weil die Ziele meiner Stiftung und die der Freiwilligenagenturen sehr ähnlich sind: Engagement zu fördern und zu vermitteln, wo dies möglich ist“, betonte Stifter Dr. Jürgen Rembold in Würzburg. Anschließend verkündete er die Preisträger:innen und überreichte ihnen die Urkunde für den Preis. Die Kolleg:innen der Agenturen stellten hierbei in kurzen Interviews ihre Projektidee vor – auch als Inspiration für die anwesenden Teilnehmenden der Jahrestagung.
Im Anschluss an die Preisverleihung erhielten insgesamt elf Freiwilligenagenturen das bagfa-Qualitätssiegel, das ihre strukturierte und qualitative Arbeit vor Ort bescheinigt.
Wir von der bagfa bedanken uns für die vielen eingereichten Ideen und Bewerbungen! Den Preisträger:innen gratulieren wir herzlich und wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung der Projektideen!
Freiwilligenagentur Jena
„Dein Einsatz gegen Fake News – Aufbau einer lokalen Faktenchecker-Gruppe in Jena“ (2.400 €)
Die Freiwilligenagentur in Jena möchte etwas aufbauen, was es bisher so in Thüringen noch nicht gibt: Eine lokale Faktenchecker-Gruppe gegen Desinformation. Den Initialfunken für den Start stellt ein Faktenpicknick auf einer Streuobstwiese dar, bei dem die Gruppe und interessierte Freiwillige zusammenkommen. Damit die Energie, die hier entsteht, nicht einfach verpufft, möchten die Freiwilligenagentur die Gruppe in den ersten Aufbaumonaten begleiten. Die Idee fügt sich gut in die Ausrichtung der Agentur ein, denn sie legt einen Fokus auf Demokratiearbeit. Die Begleitung der neuen Gruppe soll helfen, die Freiwilligenagentur in Thüringen und darüber hinaus als Demokratieakteur zu profilieren.
Freiwilligen-Agentur TATENDRANG in München
„Anpacken macht Schule – Konzept zur Engagementförderung in Berufsschulen“ (2.500 €)
Freiwilliges Engagement stärkt die Stadtgesellschaft – allerdings erreicht es junge Menschen in Berufsausbildungen zu selten. Mit der Idee „Anpacken macht Schule“ bringt die Freiwilligenagentur TATENDRANG das Thema direkt an Münchner Berufsschulen: Die Agentur erarbeitet gemeinsam mit einer Gruppe von Schüler:innen ein Konzept, um freiwilliges Engagement an Berufsschulen bekannt zu machen. Die Schüler:innen entwickeln mit Unterstützung der Kolleg:innen ein konkretes Engagementprojekt, bei dem alle mitmachen können. In dem Projekt sollen auch ein Social Media-Konzept sowie Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit enthalten sein. Die Idee zielt darauf ab, die individuellen Kompetenzen der engagierten Schüler:innen zu stärken.
Servicestelle Ehrenamt Landratsamt Würzburg
„Engagement vernetzen. Gemeinden stärken. Zukunft gestalten. Aufbau und Qualifizierung gemeindlicher Ehrenamtsbeauftragter im Flächenlandkreis“ (2.900 €)
Die kommunalen Engagementbeauftragten in einem großen Flächenlandkreis unterstützen. Genau das möchte die Servicestelle Ehrenamt im Landratsamt Würzburg mit ihrer Idee. In Zeiten knapper Haushaltskassen schnürt sie Starter-Pakete für alle benannten Ehrenamtsbeauftragen. Das soll in ihren Gemeinden ein motivierendes Zeichen setzen und ihnen ermöglichen, die ersten Vernetzungstreffen des lokalen Engagements in der Kommune durch Materialien, Catering und Formate der Anerkennungskultur wertschätzend zu gestalten. Langfristig soll ein verbindliches Netzwerk von kommunalen Engagementakteuren entstehen, dass durch die Pakete einen Startpunkt findet.
Freiwilligen-Agentur Leipzig e.V.
„Engagementhausen – unsere Stadt zum Mitmachen!“ (1.700 €)
Die Freiwilligenagentur Leipzig möchte mit „Engagementhausen“ eine kreative Mitmachaktion rund um ein großes Playmobil-Schaufenster umsetzen. Es soll die Stadt als lebendigen Ort des freiwilligen Engagements zeigen. Vereine, Initiativen und Bürger:innen gestalten gemeinsam eine bunte Miniaturstadt mit Szenen aus verschiedenen Engagementbereichen. Begleitet wird die Aktion von einer Social Media-Kampagne, die Menschen dazu motiviert kreativ mitzugestalten. So entsteht Aufmerksamkeit für freiwilliges Engagement und für die Freiwilligenagentur als Anlaufstelle für Beteiligung und Vernetzung. Das Preisgeld soll auch dazu genutzt werden, die Räumlichkeiten der Agentur zu gestalten, in der sich die Akteure von „Engagementhausen“ regelmäßig treffen.
Kölner Freiwilligen Agentur e.V.
„‚Initiative lohnt sich‘ – Schüler engagieren sich gemeinsam“ (1.500 €)
Schüler:innen engagieren sich mit der gesamten Klasse – das steckt hinter der Idee „Initiative lohnt sich“ der Kölner Freiwilligenagentur. Dabei stehen nicht Spendenaktionen, sondern das tatkräftige Anpacken vor Ort im Vordergrund. Als Pilotprojekt verschönern Kölner Schüler:innen die Räumlichkeiten einer Einrichtung für wohnungslose Menschen. So lernen die jungen Menschen auch andere Lebensrealitäten außerhalb ihres Alltags kennen. Der Ansatz soll anschließend weitergeführt werden. So werden junge Freiwillige bereits für ein lebenslanges Engagement begeistert.
Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen e.V.
„Stadtrundfahrt zu Orten, an denen Ehrenamt gelebt wird“ (1.000 €)
Erleben statt erklären: So lautet das Motto der Idee „Stadtrundfahrt zu Orten, an denen Ehrenamt gelebt wird“. Bei der Tour erleben Menschen in vier Stunden drei unterschiedliche Orte, wo Engagement gelebt wird. Vor Ort berichten Freiwillige persönlich über ihre Tätigkeit. Statt Informationen durch beispielsweise eine Broschüre findet also authentische Begegnung statt. Die Freiwilligenagentur macht so Einsatzstellen und Orte des Engagements erlebbar und baut Hemmschwellen zum Mitmachen ab. Für die Stadtrundfahrt mietet die Agentur einen Bus, in dem 15 Personen Platz finden. Die Teilnehmenden erhalten außerdem einen Goodie-Bag mit Snacks, Flyern, Stiften und Blöcken.