„Wir sehen durch die vermehrten Geldzahlungen an Engagierte die Kultur der Freiwilligkeit und den Wert des bürgerschaftlichen Engagements in Gefahr, da Geldzahlungen den freiwilligen und partizipatorischen Charakter von Engagement und den damit verbundenen Wert für unsere Gesellschaft in Frage stellen.“
So schrieb die bagfa in ihrer Handreichung „Monetarisierung im Engagement – Was tun?“ aus dem Jahr 2015. In der letzten Dekade ist viel passiert: Digitalisierung, Corona-Pandemie und Krisenphänomene haben nicht nur die Gesellschaft verändert, sondern auch das freiwillige Engagement. Informelles Engagement, Nachbarschaftshilfe oder Kurzzeitengagement prägen den Charakter des freiwilligen Engagements und beschäftigen Freiwilligenagenturen in ihrer Arbeit, die ganze Breite des Engagements zu würdigen und zu fördern.
Außerdem hat der Vierte Engagementbericht ungleiche Zugangschancen ins Engagement thematisiert und fragt im Hinblick auf Armutslagen von Engagierten: Wer kann sich Engagement „leisten“? Auch in der Engagementstrategie der Bundesregierung heißt es, „materielle Anerkennungsformen für Engagement im Lichte der Bedürfnisse der Engagierten“ zu prüfen und fortzuentwickeln.
Wie positionieren wir uns also als Freiwilligenagenturen? 2024 verabschiedeten die Teilnehmenden der bagfa-Jahrestagung die Kasseler Positionen. Eine lautete: „Freiwilligenagenturen stehen für unentgeltliches Engagement“. Hier wurde auch der Anspruch erhoben, dass sie sich mit ihren Erfahrungen intensiv in Diskussionen um Geldzahlungen, Folgen der Monetarisierung und Zugangsbarrieren einbringen. Eine aktuelle bagfa-Umfrage unter den Freiwilligenagenturen zeigt, dass Fragen der Monetarisierung im Arbeitsalltag der Freiwilligenagenturen weiterhin viele Kolleg:innen bewegen. Wie können wir Zugangshürden abbauen und Engagement in seiner ganzen Vielfalt stärken und anerkennen? Und wie können wir Engagement vor Funktionalisierung und Vereinnahmung schützen – gerade in Zeiten von Kürzungen und gesellschaftlicher Unsicherheit?
Beim bagfa-Arbeitsforum möchten wir die Diskussionen der letzten Jahre im Spiegel von Veränderungen und Wandel weiterführen. Dabei öffnen wir den Raum für Dialog, Expertise und unterschiedliche Perspektiven auf Schwellen, Zugangschancen und Engagement.
Das Programm zum Arbeitsforum ist hier als PDF-Download verfügbar.
