Die Polarisierung der Gesellschaft spiegelt sich auch in alltäglichen Kontakten, deren Tonfall schnell rauer wird. Um dem zu begegnen und vorzubeugen, setzen viele Formate auf Begegnungen.
Die Hoffnung ist: Wo sich Menschen persönlich begegnen können, werden Vorurteile abgebaut, Unterschiede ausgehalten und neues Vertrauen entsteht. Auch die Engagementförderung sieht Begegnung als zentralen Mechanismus – nicht nur für Respekt und Verständigung, sondern auch für gesellschaftliche Integration und demokratische Kultur.
Der Soziologe Rainald Manthe hat sich mit diesem Zusammenhang ausgiebig beschäftigt, wie sein 2024 erschienenes Buch „Demokratie fehlt Begegnung“ zeigt. Darin fordert er, mehr Alltagsorte zu schaffen oder bestehende zu verbessern. Sie sollen ermöglichen, dass Menschen miteinander sprechen, sich aufeinander einlassen und voneinander lernen. Wie genau das aussehen kann, welche Rolle Freiwilligenagenturen bei der Ermöglichung solcher Begegnungen spielen können und weitere Fragen wird er in unserem Digitaltalk erläutern.
Zur Person
Dr. Rainald Manthe arbeitet als Soziologe und Autor u.a. über Entwicklungen und Herausforderungen der Demokratie. Die Bedeutung von Begegnung thematisierte er schon vor der Pandemie. Eines seiner Anliegen ist, an grundsätzlichen Fragen mitzudenken. So baute er im Berliner Think-Tank Zentrum Liberale Moderne den Programmbereich „Liberale Demokratie“ auf und leitete diesen bis 2023. Seit 2024 ist er Vorstand der spendenfinanzierten Stiftung Bildung.
Foto: Stefan Lengsfeld
